Location-based Marketing: Wie Standortdaten die Wirkung von DOOH verstärken

Dieselbe Werbefläche, eine andere Botschaft je nach Wetter, Uhrzeit oder Event in der Nähe: So verändert standortbasierte Steuerung, was DOOH leisten kann.
Das Wichtigste in Kürze
  • Location-based Marketing steuert DOOH-Inhalte anhand von Standort- und Kontextdaten — dieselbe Fläche zeigt je nach Situation eine andere Botschaft.
  • Auslöser sind unter anderem Wetter, Tageszeit, Verkehrslage, Veranstaltungen und das nähere Umfeld des Screens.
  • Der Vorteil gegenüber statischer Plakatwerbung: deutlich höhere Relevanz, weil die Werbung zum aktuellen Bedürfnis der Passanten passt.
  • Künftige Treiber sind die Verzahnung mit Mobile Marketing, KI-gestützte Vorhersagen und Augmented Reality.
  • Unternehmen brauchen dafür keine eigene Technik — die Steuerung wird direkt bei der DOOH-Buchung festgelegt.

Digitale Außenwerbung gehört längst zum Stadtbild. Über den Erfolg einer Kampagne entscheidet heute aber weniger die Größe einer Fläche als ihre Relevanz im richtigen Moment. Reizüberflutete Passanten blenden generische Anzeigen aus — Botschaften, die zum Ort, zur Uhrzeit und zur Situation passen, dringen dagegen durch. Genau hier setzt Location-based Marketing an. Dieser Leitfaden zeigt, wie Standortdaten DOOH-Werbung wirksamer machen, welche Anwendungsfälle es gibt und wohin sich die Technik entwickelt.

Was ist Location-based Marketing?

Location-based Marketing — auf Deutsch standortbasiertes Marketing — bezeichnet Werbung, die auf Basis des geografischen Standorts und des räumlichen Kontexts ausgespielt wird. Im DOOH-Umfeld bedeutet das: Ein digitaler Screen zeigt nicht starr ein einziges Motiv, sondern wählt seinen Inhalt abhängig davon, wo er steht und was in seiner Umgebung gerade passiert.

Der Unterschied zur klassischen Plakatwerbung ist grundlegend. Ein gedrucktes Plakat sieht für jeden Passanten gleich aus — über den gesamten Buchungszeitraum hinweg. Ein standortbasiert gesteuerter Screen passt seine Botschaft dagegen an Wetter, Uhrzeit oder ein Event an, und das in Echtzeit. Wie sich digitale und klassische Außenwerbung grundsätzlich unterscheiden, zeigt unser Vergleich von OOH und DOOH.

Warum Standortdaten die Wirkung von DOOH verstärken

Der Kern jeder wirksamen Werbung ist Relevanz. Eine Botschaft, die das aktuelle Bedürfnis ihres Publikums trifft, wird wahrgenommen — eine beliebige Botschaft wird übersehen. Standortdaten verbinden dabei zwei Dinge, die statische Werbung getrennt lässt: den physischen Kontext einer Fläche und den zeitlichen Moment, in dem jemand vorbeikommt.

Konkret heißt das: An einem Flughafen sind Reiseangebote oder Hinweise auf Duty-free-Shops naheliegend. In einem Einkaufszentrum passen Retail-Angebote zu den Öffnungszeiten der Geschäfte. Im Umfeld einer Sportveranstaltung erreichen umliegende Gastronomen genau die Menschen, die danach hungrig nach Hause gehen. Die Fläche bleibt dieselbe — was sich ändert, ist die Botschaft.

„Die Werbefläche bleibt am selben Ort — was sich ändert, ist ihre Fähigkeit, im richtigen Moment das Richtige zu sagen.“

Welche Daten standortbasierte Werbung steuern

Standortbasiertes DOOH ist nur so präzise wie die Daten, auf die es zugreift. In der Praxis fließen mehrere Quellen zusammen, die jeweils einen anderen Teil des Kontexts beschreiben.

DatenquelleWas sie liefertTypische Nutzung
Standort & UmfeldWas sich in Laufnähe des Screens befindetAngebote passend zu Geschäften, Verkehrsknoten oder Sehenswürdigkeiten
WetterdatenTemperatur, Niederschlag und Sonnenstand in EchtzeitMotive, die zur aktuellen Wetterlage passen
VerkehrsdatenVerkehrsaufkommen und VerkehrsflussInhalte für Pendler und Reisende, abgestimmt auf die Lage
VeranstaltungskalenderMessen, Konzerte und Sport-Events in der NäheBotschaften rund um Großereignisse
Tageszeit & WochentagZeitlicher Kontext der AusspielungFrühstücks-, Mittags- oder Feierabend-Motive
Audience-DatenGrobe Zusammensetzung der PassantenströmeAuswahl des Motivs für die wahrscheinlichste Zielgruppe
Gut zu wissen

Standortbasiertes DOOH arbeitet in der Regel mit aggregierten, anonymisierten Daten. Es geht um Passantenströme und Umgebungskontext, nicht um die Identifikation einzelner Personen — das unterscheidet die Aussteuerung von DOOH-Flächen vom personenbezogenen Tracking im Online-Marketing.

Anwendungsfälle aus der Praxis

Wie sich standortbasierte Steuerung konkret nutzen lässt, zeigen drei typische Szenarien.

Wetterabhängige Ausspielung

Ein häufiges Einsatzfeld ist die Kopplung an Wetterdaten. Steigt die Temperatur über eine vorab definierte Schwelle, wechselt der Screen automatisch auf ein passendes Motiv — etwa ein erfrischendes Sommergetränk. Bei Kälte greift stattdessen die wärmere Variante. So trifft die Werbung das aktuelle Bedürfnis der Passanten, statt unabhängig von Saison und Wetter immer dasselbe zu zeigen.

Event- und tageszeitbezogene Werbung

Im Umfeld von Messen, Konzerten oder Festivals lohnt es sich, Inhalte an den Anlass und den Tagesverlauf zu koppeln. Derselbe Screen kann morgens auf Frühstücksangebote hinweisen und abends auf das Abendprogramm — die Tageszeit wird zum Auslöser für den Motivwechsel, ohne dass jemand manuell eingreifen muss.

Verkehrs- und standortnahe Inhalte

Entlang stark befahrener Strecken lassen sich Inhalte an die Verkehrslage anpassen. Screens an Ausfallstraßen oder Verkehrsknoten sprechen Pendler gezielt an — etwa mit Hinweisen auf nahegelegene Angebote, sobald sich der Verkehr staut und die Aufmerksamkeit der Vorbeifahrenden ohnehin steigt.

So setzen Unternehmen Location-based DOOH um

Der Einstieg ist unkomplizierter, als viele annehmen: Sie benötigen weder eigene Hardware noch Software. Die standortbasierte Ausspielung wird direkt bei der Buchung einer DOOH-Kampagne festgelegt.

Sinnvoll ist ein strukturiertes Vorgehen. Zuerst klären Sie Ziel und Zielgruppe, anschließend wählen Sie Standorte, deren Umfeld zur Botschaft passt. Im nächsten Schritt definieren Sie die Auslöser — also unter welchen Bedingungen (Wetter, Uhrzeit, Event) welches Motiv erscheinen soll. Dafür stellen Sie mehrere Motivvarianten bereit. Zum Schluss werten Sie die Ergebnisse aus und schärfen die Kampagne nach. Häufig läuft die Ausspielung automatisiert über ein Buchungssystem ab — wie diese datengesteuerte Auslieferung im Detail funktioniert, erklärt unser Beitrag zu Programmatic Advertising.

Trends: Die Zukunft von Location-based DOOH

Verschmelzung mit Mobile Marketing

Künftig dürften DOOH-Screens und Smartphones enger zusammenwirken. Denkbar ist, dass Passanten in der Nähe eines Geschäfts ein passendes mobiles Angebot erhalten, während der Screen parallel ein verwandtes Produkt bewirbt — der öffentliche und der persönliche Kanal verstärken sich gegenseitig.

Predictive Analytics durch künstliche Intelligenz

Statt nur auf die aktuelle Lage zu reagieren, wird die Auswertung zunehmend vorausschauend. Der Einsatz von KI in der Außenwerbung ermöglicht Prognosen darüber, wann und wo bestimmte Zielgruppen unterwegs sind — Kampagnen lassen sich dadurch noch genauer planen.

Augmented Reality für interaktive Erlebnisse

Augmented-Reality-Anwendungen machen Standortdaten erlebbar. Perspektivisch könnten Passanten ihr Smartphone auf einen DOOH-Screen richten und sich etwa den Weg zum nächsten Geschäft oder zusätzliche Angebote einblenden lassen.

Fazit

Location-based Marketing verschiebt den Maßstab der Außenwerbung. Statt Flächen nur zu belegen, werden Botschaften intelligent an ihren Kontext angepasst — und gewinnen so an Relevanz und Wirkung. In einer Welt der Reizüberflutung setzt sich durch, wer im richtigen Moment das Richtige sagt.

Für Unternehmen ist der Einstieg leichter als gedacht, weil sich die Steuerung direkt bei der Buchung festlegen lässt. Über wedooh finden Sie passende DOOH-Standorte in ganz Deutschland — einen Überblick über das nötige Budget gibt unser Leitfaden zu den Kosten für Plakatwerbung.

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